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BeitragVerfasst: Sonntag 7. Februar 2016, 16:05 
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Wie lege ich eine Signalanlage und eine Fahrstraße an?
:confusion-shrug: -für Doofe- :confusion-shrug:

Hallo liebe BAHN-Gemeinde!

Ich benutze BAHN schon seit Jahren - mit einigen Unterbrechungen - und habe mich mal wieder hingesetzt und das "neue" BAHN 3.88 gestartet und wie gewohnt drauf los gebaut.
Allerdings stieß ich beim Thema Signalanlagen und Fahrstraßen mit meinem Know-How an meine Grenzen.

Kann mir jemand anhand des Beispielbildes erklären, wie ich...
...eine Signalanlage und die Fahrstraßen errichte bzw. erstelle?
...evtl. die Flankenschutzweichen mit einbeziehen kann?
Es soll erstmal von Signal A nach Signal F und G gehen.

Dargestellt ist ein Betriebsbahnhof auf einer Schnellfahrstrecke mit Überholmöglichkeiten und Flankenschutzweichen.
Die Signale haben rote Buchstaben von A bis H und die Weichen sind in Grün mit den Nummern 1 bis 16 dargestellt.

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten!

Grüße
Euer "Lokomopfeifführer"* Jan

*Ja, ich bin wirklich Lokführer! :D


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BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Februar 2016, 22:30 
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Registriert: Sonntag 16. März 2003, 15:25
Beiträge: 2023
Guten Abend,

Tf_Jan_BS hat geschrieben:

Hallo liebe BAHN-Gemeinde!

...Kann mir jemand anhand des Beispielbildes erklären, wie ich...
...eine Signalanlage und die Fahrstraßen errichte bzw. erstelle?
...evtl. die Flankenschutzweichen mit einbeziehen kann?
Es soll erstmal von Signal A nach Signal F und G gehen.


Das sind gleich recht viele Fragen auf einmal. Der Bahnhof ist zwar im Vergleich zu vielen anderen noch klein, aber dennoch schon recht umfangreich für eine Signalisierung.

Tf_Jan_BS hat geschrieben:
Dargestellt ist ein Betriebsbahnhof auf einer Schnellfahrstrecke mit Überholmöglichkeiten und Flankenschutzweichen.
Die Signale haben rote Buchstaben von A bis H und die Weichen sind in Grün mit den Nummern 1 bis 16 dargestellt.


Ich habe mal noch ein paar wichtige Dinge ergänzt: Einen Namen "X-Stadt" sowie die benachbarten Betriebsstellen Y-Stadt und Z-Stadt, und vor allem die Gleisnummern 1 bis 4 - alles in weiß.

Bild

Es gibt hier sicher eine Menge verschiedener Varianten, was und wie man hier einbauen kann.

Erstmal Streckenblock: Dazu braucht man 4 Signalanlagen für die Relationen X-Stadt - Y-Stadt und zurück sowie X-Stadt - Z-Stadt und zurück. Alle 4 mit Standardwerten (Züge zählen, max. 1 Zug). Nennen wir sie X-Y, Y-X, X-Z und Z-X.
Das geht von der Annahme aus, daß es keinen Gleiswechselbetrieb gibt (der wäre auch recht kompliziert, und passende Einfahrsignale dafür fehlen).

Die Anlage Y-X wird am Signal A ausgeschaltet, die Anlage Z-X am Signal H.
Zum Einschalten von X-Y und X-Z kommen wir später.

Nun sollte jedes der Bahnhofsgleise auch eine Signalanlage haben. Diese zeigt an, ob das Gleis besetzt oder frei ist. Nennen wir sie X1, X2, X3 und X4. Auch diese bekommen die Standardwerte (Züge zählen, max. 1 Zug). Sie funktionieren damit so ähnlich wie Gleisstromkreise.

Wenn das jeweilige Gleis verlassen wird, dann wird es freigegeben. Am Signal F wird X2 ausgeschaltet, an den Signalen D und G wird X4 ausgeschaltet, am Signal C wird X1 ausgeschaltet usw.

Eingeschaltet werden sie allerdings gleich durch die entsprechenden Einfahrstraßen, also schon bevor der Zug wirklich auf dem Gleis ist. Dazu im folgenden mehr:

Für die Einfahrt von Y-Stadt auf die Gleise 2 bzw. 4 brauchen wir 2 Fahrstraßen. Ich benenne sie meistens nach Bahnhof, Fahrtrichtung und Gleisnummer, also hier z.B. X_Y-2 und X_Y-4. Man könnte aber auch Himmelsrichtungen verwenden, z.B. X_West-2, oder die beteiligten Signalnamen, z.B. X_A-F.

Schauen wir uns X_Y-2 näher an: Diese führt über die Weichen 2, 3 und 7 und muß dort passend eingetragen werden. Wenn man auch noch Flankenschutz darstellen will, dann muß sie auch in Weiche 8 eingetragen werden (geradeaus Richtung Prellbock!). Man könnte sie auch noch in den Weichen 1 und 4 ebenfalls geradeaus eintragen, aber damit würde man Fahrten auf dem Gegengleis unnötig blockieren.
Damit diese Fahrstraße eingestellt werden kann, muß das Gleis 2 frei sein. Deshalb tragen wir die Signalanlage X2 als Schaltfunktion ein. Wenn die Fahrstraße einläuft, sollte das Gleis 2 auch gleich blockiert werden, damit nicht noch irgendjemand anders dieses Gleis belegen kann. Also tragen wir die Anlage auch gleich als Schaltwirkung X2+ ein.
Die Fahrstraße X_Y-2 beginnt am Signal A, also muß sie dort als Schaltfunktion genannt sein, d.h. dort muß ~X_Y-2 eingetragen werden.
Wenn der Zug über die letzte Weiche der Fahrstraße gefahren ist, kann er sie wieder auflösen. Also muß hinter die Weiche 7 ein Schaltkontakt, der X_Y-2 wieder frei gibt, und zwar mit Zugschluß.

Irgendwo an der Strecke von Y-Stadt, weit vor dem Signal A (und vor dessen Vorsignal), muß ein Anmeldekontakt liegen, an dem diese Fahrstraße angefordert wird, also mit Eintrag X_Y-2+. Das kann mit Zugspitze geschaltet werden.

Analog dazu gibt es die Fahrstraße X_Y-4 auf das Gleis 4. Diese muß natürlich auf die Belegung des Gleis 4 achten und dieses selbst blockieren statt des Gleis 2, und sie führt über die Weichen 2, 3, 7 und 8.

Ein weiterer Unterschied: Das Befahren der Weiche 7 auf Abzweig ist meistens mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung verbunden. Die kann man bei der Fahrstraße eintragen.

Auch diese Fahrstraße beginnt am Signal A, daher muß der Eintrag dort erweitert werden auf ~X_Y-2|~X_Y-4.
Sie endet hinter der Weiche 8. Dort kann man nun entweder einen Schaltkontakt zum Ausschalten einbauen, oder den Eintrag beim Signal D machen, dann aber beachten: in Gegenrichtung zur normalen Signalwirkung.

Ob es Sinn hat, die Fahrstraße auf Gleis 4 überhaupt anzumelden, kommt auf das Betriebsprogramm an. Wenn ein Zug dort planmäßig überholt werden soll, dann sollte dieser auf das Gleis 4 fahren und entsprechend diese Fahrstraße anfordern. Normalerweise dürften aber alle über Gleis 2 fahren, und Gleis 4 ist nur eine Reserve, wenn es mal Stau gibt. In diesem Fall braucht am Anmeldekontakt nur X_Y-2+ für alle Züge stehen, und bei der Fahrstraße X_Y-2 wird X_Y-4 als Alternative eingetragen. Dann fordert BAHN diese nur an, wenn X_Y-2 nicht belegt werden kann, d.h. wenn Gleis 2 schon besetzt ist.

Soweit die Einfahrten von Signal A nach F bzw. G.

Natürlich müssen die Züge auch irgendwie wieder hinaus. Dazu braucht man 2 Ausfahrstraßen von Signal F bzw. G in Richtung Z-Stadt. Nennen wir sie X_2-Z und X_4-Z.
Beide beginnen an den jeweiligen Signalen, führen über die Weichen (13)-14-15-16 und enden dahinter. Beide sind nur zulässig, wenn der Streckenblock X-Z frei ist, und beide sollten diesen dann auch gleich belegen. Also bei beiden eintragen: X-Z als Schaltfunktion, und X-Z+ als Schaltwirkung.

Interessanter und schwieriger ist die Frage, wann diese Ausfahrstraßen eigentlich anzufordern sind.
Auf Gleis 2 wird wohl in der Regel immer durchgefahren. Da kann man die Anforderung X_2-Z+ gleich als Schaltwirkung der Einfahrstraße X_Y-2 eintragen. D.h., sobald diese Fahrstraße einläuft, wird auch die Ausfahrstraße angefordert.
Mit dem Gleis 4 kann man es genauso halten, allerdings wird man dann keine Überholung hinbekommen. Die Anforderung der Ausfahrt X_4-Z sollte erst geschehen, wenn der überholende Zug vorbei ist oder zumindest seine eigene Ausfahrt von Gleis 2 angefordert hat. Das kann man z.B. mittels Fahrplan und Taktpunkt im Gleis 4 regeln. Auch eine zusätzliche Signalanlage ist denkbar, die vom überholenden Zug schon lange vor dem Bahnhof blockiert wird und als zusätzliche Bedingung bei der Fahrstraße X_4-Z einzutragen ist. Die kann der überholende Zug dann am Signal F freigeben.

Soweit die von mir bevorzugte Variante. Es geht aber wohl auch mit weniger Signalanlagen und längeren Fahrstraßen.

Grüße und Viel Spaß beim Grübeln und natürlich auch beim Lok führen ;-)
Jan B.


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BeitragVerfasst: Freitag 12. Februar 2016, 03:45 
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Registriert: Dienstag 10. Februar 2009, 05:23
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hallo...
endlich mal.
sehr kompliziert, aber alles nachvollziehbar. Mit den Hinweisen traue ich mich jetzt auch mal an die Fahrstraßen ran.
vielen Dank!


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BeitragVerfasst: Freitag 12. Februar 2016, 12:02 
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Registriert: Donnerstag 20. November 2003, 20:41
Beiträge: 2181
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Das ist das Problem. Eigentlich ist das System Fahrstraße recht einfach und nachvollziehbar, wenn man es mündlich untereinander erklären kann. Aber wenn man es schriftlich erklären soll, ist das unheimlich schwierig bzw. es liest sich unheimlich schwer.
Nicht umsonst schrieb Jan B. hier im Forum mal, dass das Erstellen der Hilfe-Datei fast das Aufwendigste beim Veröffentlichen einer BAHN-Version ist. Vorallem, weil die Datei ja auch für Nutzer gemacht werden muss, die sich BAHN zum ersten Mal nähern.

Ansonsten, lieber @whaepp, ruhig fragen. ...

Gruß
Rolf

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Mein Link-Tipp zu BAHN: http://www.gerdinoack.de. Dort findet Ihr Filme und Grafiken zu BAHN von Gerd (Username gnock) und mein neues Fahrzeugarchiv, das auch unter dem neuen Direktlink www.gerdinoack.de/Fahrzeugarchiv_385/ zu erreichen ist.


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BeitragVerfasst: Sonntag 14. Juni 2020, 15:03 
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Registriert: Freitag 10. Dezember 2004, 22:05
Beiträge: 77
Wohnort: Leipzig
Hallo,

Dieses Zhema ist zwar schon etwas älter, aber da ich noch Anfänger in Sachen Fahrstraßen bin, hier meine Fragen am o.g. Beispiel:

Wo melde ich am sinnvollsten die Ausfahrstraßen an, und ist es sinnvoll die Einfahrsignale als Kombisignale auszuführen?

MfG
Jens


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BeitragVerfasst: Mittwoch 17. Juni 2020, 09:35 
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Registriert: Freitag 18. Februar 2005, 12:50
Beiträge: 1872
Wohnort: Marbach am Neckar
Hallo Jens,
Jens hat geschrieben:
Dieses Zhema ist zwar schon etwas älter, aber da ich noch Anfänger in Sachen Fahrstraßen bin, hier meine Fragen am o.g. Beispiel:

Wo melde ich am sinnvollsten die Ausfahrstraßen an,
Da gilt ja allgemein (wie beim Vorbild): Nicht zu spät und nicht zu früh. Bei durchfahrenden Zügen sollte also die Ausfahrstraße rechtzeitig vor Vorbeifahrt am Ausfahrvorsignal eingestellt werden. Den passenden Punkt kann man hier im Zweifelsfall ausprobieren.
Bei haltenden Zügen (besonders bei längeren Halten Taktpunkten) ist es sinnvoll (und realistisch) stattdessen die Fahrstraße erst kurz vor Abfahrt einzustellen.
Dafür gibt es an Taktpunkten und Haltestellen die Option "Fahrstraße vor Abfahrt anfordern". (bei Taktpunkten unter "Erweitert...").

Zitat:
und ist es sinnvoll die Einfahrsignale als Kombisignale auszuführen?
In der Realität ist es in Deutschland so, dass bis im Allgemeinen zu 1500 m Abstand Einfahrsignal und Ausfahrvorsignal zusammengefasst werden dürfen zu einem Mehrabschnittssignal ("Kombisignal"). Bei Hl-Signalen (Lichtsignale der Reichsbahn) sind abweichend auch bis zu 1800 m zulässig. Wenn diese Abstände überschritten werden, müssen im Bahnhof separate Ausfahrvorsignale aufgestellt werden.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 17. Juni 2020, 11:40 
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Registriert: Freitag 10. Dezember 2004, 22:05
Beiträge: 77
Wohnort: Leipzig
Hallo,

Danke für die Antwort.

Ich habe mir schon überlegt, die Ausfahrstraße gleich mit der Einfahrstraße anzumelden, sowie es Jan schonmal irgendwo beschrieben hat.

MfG Jens


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BeitragVerfasst: Freitag 19. Juni 2020, 08:54 
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Registriert: Sonntag 16. März 2003, 15:25
Beiträge: 2023
Guten Tag,

Jens hat geschrieben:
Hallo,

Danke für die Antwort.

Ich habe mir schon überlegt, die Ausfahrstraße gleich mit der Einfahrstraße anzumelden...


Das ist sinnvoll für durchfahrende Züge. Für diese kann dann auch das Einfahrsignal als Kombisignal gleich die freie Ausfahrt vorsignalisieren (*1).

Es ist aber weniger sinnvoll für anhaltende Züge.

Es ist normalerweise unbrauchbar für Züge, die überholt werden sollen. Dann steht die Ausfahrt für diesen Zug, während der andere warten muß, der eigentlich überholen soll. Hier müßte man weitere Bedingungen einbauen, z.B. eine Voranmeldung des überholenden Zugs, die dann das Stellen der Ausfahrt für den anderen unterdrückt.

*1) Es lassen sich aber Beispiele finden, wo diese Vorsignalisierung dann falsche Signalbilder liefert:
Ein Zug muß auf dem Durchgangsgleis warten, weil die Strecke hinter dem Bahnhof noch nicht frei ist. Währenddessen folgt ein weiterer Zug und fährt auf das Nebengleis ein. Wenn in diesem Moment die Ausfahrt für das Hauptgleis frei wird, dann geht auch das Vorsignal des Einfahr-Kombisignals auf "frei erwarten", obwohl das für den dort einfahrenden Zug nicht korrekt ist.

MfG Jan B.


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BeitragVerfasst: Freitag 19. Juni 2020, 10:39 
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Registriert: Freitag 10. Dezember 2004, 22:05
Beiträge: 77
Wohnort: Leipzig
Oder auf kleinen Unterwegsbahnhöfen, wo die Züge nur kurz halten, ist ja das Ausfahrsignal gleich mit auf "Fahrt frei" gestellt, natürlich nur wenn die Strecke frei ist.

Wie man Überholungen mit einbaut, ist glaube im Fahrstraßen-Tuturial beschrieben.


MfG
Jens


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